Das 5G-Netz nutzt vorerst nur Frequenzen, die im Bereich der bisherigen Mobilfunk-, TV- und WLAN-Frequenzen liegen. 5G wird also in den selben Spektren betrieben wie die Vorgängertechnologien 2G bis 4G. Die eigentlich kritisierten, viel höheren Frequenzen stehen in der Schweiz für den Mobilfunk der fünften Generation in den nächsten Jahren gar nicht zur Verfügung. Mit 5G ist die Gefahrenlage für Mensch, Tier und Umwelt somit vergleichbar wie mit den alten Netzen, die teils seit drei Jahrzehnten bestehen.
Insgesamt hat sich die durchschnittliche Strahlenbelastung in den letzten Jahren trotz stark steigendem Datenverkehr nicht signifikant erhöht. Dies liegt daran, dass moderne Smartphones und neue Mobilfunknetze die Frequenzen effizienter nutzen. Das heisst, 5G kann mit der gleichen Anzahl Frequenzen und mit der gleichen Strahlenintensität mehr Daten übertragen als alte Netze.
Zwar werden 5G-Netze künftig auch bei uns höhere Frequenzen nutzen, die noch schnellere Geschwindigkeiten erlauben. Aber auch diese Strahlen können, so der aktuelle Stand der Wissenschaft, keine krebs­verursachenden Mutationen auslösen. Dies im Unterschied zu weit ernergiereicheren UV- oder Gamma-Strahlen.
Wichtig: Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko gibt es keine. Die Weltgesundheitsbehörde WHO bezeichnet hochfrequente Mobilfunkstrahlen dennoch als «möglicherweise krebserregend». Dies, weil sich die krebserregende Wirkung zwar nicht beweisen, aber auch noch nicht völlig ausschliessen lässt. Theoretisch könnten Menschen erst nach 50 oder mehr Jahren erkranken.
Stand heute gilt: Schädliche Wirkungen des Mobilfunks auf Menschen konnten in Tausenden von Studien nie nachgewiesen werden. Bestünde ein klarer Zusammenhang, hätte die Krebsrate in den letzten Jahren steigen müssen.

Der neue Mobilfunktstandard 5G läuft in der Schweiz bereits und schon jetzt gibt es 5G-fähige Endgeräte. Was es noch mehr gibt, sind Mythen um das neue Netz – diese probiere ich hier zu relativieren:

Mythos 1: «5G ist schlecht für die Gesundheit von Mensch und Tier»

Bisher konnte kein systematisches Risiko nachgewiesen werden. Dementsprechend empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO heute Anlagegrenzwerte, die um den Faktor 10 über dem Schweizer Grenzwert liegen. Die WHO empfiehlt eine Anpassung der Werte. Selbst dann sind diese noch um Faktor 3 über dem Schweizer Grenzwert. Kritiker behaupten 5G-Strahlungen seien «wie Mikrowellen», was zu einem falschen Eindruck verleitet. 4G ist bei Swisscom zB von 800 bis 2600 MHz zu empfangen – 5G wird von 700 bis 3500 MHz angesiedelt. Ein Mikrowellenherd «kocht» bei gleichen Frequenzen, nutzt aber mehrere hundert Watt – ein LTE-Handy, zum Vergleich, 200mW.

 

 

 

 

 

 

Mythos 2: «4G reicht allemal»

5G ist eine komplett neue Technologie und nicht einfach nur mehr vom Gleichen: Hohe Datenübertragungsraten (100x so schnell wie 4G), grosse Störfestigkeit (99,999% Zuverlässigkeit), energieeffizienteres Sendeverfahren, sehr geringe Latenzzeiten usw. Ohne 5G können neue Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden und das Netz verteuert sich massiv. Zudem braucht es dann deutlich mehr Antennen.

 

Mythos 3: «Es gibt keinen wirklichen Vorteil zu 4G»

Dank 5G wird das Einsatzgebiet des Funknetzes erheblich breiter. Neu können, laut dem Fraunhofer-Institut, vor allem folgende drei Bereiche profitieren:
– Internet of Things (div. Endgeräte im Haushalt wie Kameras, Alarmanlagen, Hausautomatisierung, etc)
– Ultra Reliable Networks (Katastrophenschutz, Infrastruktur für Überwachung und Service-Netzwerke, autonome Fahrzeuge)
– Multimedia (Video- und Audiostreaming, Virtual und Augmented Reality, WiFi in zB Zügen)

 

Mythos 4: «Alte Geräte funktionieren mit 5G nicht mehr»

2G (GSM) dient nach wie vor als Hauptfrequenz für Anrufe und SMS. 3G (UMTS) wird wohl das nächste Netz sein, welches eine Abschaltung erleiden wird. 4G (LTE) ist der heutige Standard, welcher auch mit LTE-Advanced (4.5G) das schnellste Netz ist. Sämtliche 5G-Geräte werden abwärtskompatibel sein.

 

Somit sollten die hartnäckigsten Mythen aufgeklärt oder zumindest etwas weniger angsteinflössend sein…